Die Brennnessel ist eine Pflanze, die von Anfang an Präsenz zeigt. Sie wächst kraftvoll, aufrecht und ausdauernd an Wegesrändern, an Waldrändern, auf nährstoffreichen Böden und überall dort, wo der Boden belebt ist. Wo sie steht, nimmt sie Raum ein. Sie reagiert auf ihre Umgebung, passt sich an und bleibt dabei unverkennbar. Ihre Erscheinung ist deutlich, ihre Struktur klar, ihre Wirkung unmittelbar.
In der traditionellen Pflanzenkunde nimmt die Brennnessel seit jeher einen festen Platz ein. Sie ist keine zarte Begleiterin, sondern eine Pflanze mit Eigenwillen und Stärke. Ihre Robustheit, ihr Nährstoffreichtum und ihre Vielseitigkeit machen sie zu einer der bedeutendsten heimischen Wildpflanzen. Die Brennnessel steht für Erneuerung, für Kreisläufe und für die Fähigkeit, aus einfachen Bedingungen etwas Tragfähiges entstehen zu lassen. Gerade diese Kraft und Verlässlichkeit verleihen ihr eine besondere Bedeutung – als Pflanze, die nicht zurückweicht, sondern bleibt.
Steckbrief Brennnessel 
Name: Brennnessel (Urtica dioica)
Volksnamen: Große Brennnessel, Donnernessel, Nessel
Pflanzenfamilie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Vorkommen & Standort: Weit verbreitet in Mitteleuropa, häufig auch in Brandenburg. Bevorzugt nährstoffreiche, stickstoffhaltige Böden. Typisch an Waldrändern, Wegen, Zäunen, Brachflächen, in Gärten und an Bachufern.
Erkennungsmerkmale: Mehrjährige krautige Pflanze, meist 50–150 cm hoch. Aufrechter, kantiger Stängel. Gegenständig angeordnete, gezähnte Blätter. Stängel und Blätter dicht mit Brennhaaren besetzt. Unscheinbare grünliche Blüten in herabhängenden Rispen.
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, junge Triebe, Samen, Wurzel.
Inhaltsstoffe: FlavonoideFlavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die Pflanzen vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Sie wirken unter anderem als Farbstoffe, UV-Filter und natürliche Abwehrstoff Mehr, GerbstoffeGerbstoffe sind pflanzliche Stoffe, die Eiweiße binden und Gewebe zusammenziehen. Sie wirken entzündungshemmend, adstringierend und antimikrobiell, kommen in Pflanzen wie Eichenr Mehr, SaponineSaponine Saponine sind sekundäre Pflanzenstoffe, die ihren Namen von ihrer seifenähnlichen Eigenschaft haben: In Wasser können sie schäumen. In Pflanzen dienen Saponine vor all Mehr, SchleimstoffeSchleimstoffe Schleimstoffe sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die mit Wasser aufquellen und eine gelartige Substanz bilden. Sie kommen vor allem in Samen, Blättern, Wurzeln oder Rin Mehr, KieselsäureKieselsäure Kieselsäure ist eine natürliche Verbindung aus Silizium und Sauerstoff, die in vielen Pflanzen vorkommt. Sie wird von Pflanzen aus dem Boden aufgenommen und vor alle Mehr, MineralstoffeMineralstoffe Mineralstoffe sind anorganische Nährstoffe, die Pflanzen aus dem Boden aufnehmen und die für viele lebenswichtige Prozesse im menschlichen Körper notwendig sind. S Mehr und SpurenelementeSpurenelemente Spurenelemente sind mineralische Stoffe, die Pflanzen und Menschen nur in sehr kleinen Mengen benötigen. Pflanzen nehmen Spurenelemente aus dem Boden auf und lagern Mehr.
Traditionelle Verwendung: Die Brennnessel wurde traditionell als vielseitige Wildpflanze genutzt, sowohl als Nahrungs- und Faserpflanze als auch in der Volksheilkunde, unter anderem im Zusammenhang mit stärkenden und ausleitenden Anwendungen.
Hinweise & Besonderheiten: Die Brennhaare verursachen bei Berührung Hautreizungen. Verwechslungen sind kaum möglich. Die Brennnessel ist nicht geschützt und wächst häufig in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen.
Einladung zum Austausch
Dieser Text will keine Meinung setzen, sondern Wahrnehmung öffnen.
Wenn du etwas teilen möchtest – einen Gedanken, eine Irritation, eine Frage – tu das gern.
Kommentare dienen hier dem Dialog, nicht der Bewertung.

